Die stärkste der großen Währungen war im September 2026 der japanische Yen: plus 4,2% gegenüber einem Korb aus 15 anderen Währungen, der größte Monatsgewinn seit November 2024. Am schwächsten war der Neuseeland-Dollar mit minus 2,7%, sein schlechtester Monat seit Dezember 2024.
Es war ein Monat der Zinserhöhungen. Sieben der Notenbanken hinter den 16 Währungen, die wir verfolgen, haben im September die Zinsen angehoben: Neuseeland, der Euroraum, Dänemark, die USA, Japan, Norwegen und Australien. Die Erhöhungen allein haben aber wenig entschieden. Der Dollar legte nach dem Schritt der Fed zu, doch Neuseeland-Dollar, australischer Dollar und norwegische Krone beendeten den Monat im Minus, obwohl auch ihre Notenbanken die Zinsen anhoben. Was jede Notenbank über den nächsten Schritt sagte, zählte mehr als der Schritt selbst.
Das Ranking für September 2026
Jede Zahl zeigt die Veränderung einer Währung gegenüber einem gleichgewichteten Korb der übrigen 15, von den Referenzkursen des 31. August bis zu denen des 30. September, aus dem FX-Compass-Index. Die letzte Spalte zeigt das bisherige Jahr seit dem 31. Dezember 2025.
| Rang | Währung | September | 2026 bisher |
|---|---|---|---|
| 1 | Japanischer Yen (JPY) | +4,2% | +2,4% |
| 2 | US-Dollar (USD) | +2,3% | +2,6% |
| 3 | Russischer Rubel (RUB) | +2,0% | −3,1% |
| 4 | Ukrainische Hrywnja (UAH) | +1,9% | −3,2% |
| 5 | Britisches Pfund (GBP) | +0,2% | +1,2% |
| 6 | Euro (EUR) | 0,0% | −1,1% |
| 7 | Dänische Krone (DKK) | 0,0% | −1,2% |
| 8 | Kanadischer Dollar (CAD) | 0,0% | −1,2% |
| 9 | Ungarischer Forint (HUF) | −0,5% | +4,4% |
| 10 | Norwegische Krone (NOK) | −0,7% | +8,1% |
| 11 | Australischer Dollar (AUD) | −0,7% | +7,3% |
| 12 | Polnischer Zloty (PLN) | −1,0% | −4,6% |
| 13 | Schweizer Franken (CHF) | −1,1% | −2,9% |
| 14 | Tschechische Krone (CZK) | −1,4% | −1,9% |
| 15 | Schwedische Krone (SEK) | −2,1% | −5,8% |
| 16 | Neuseeland-Dollar (NZD) | −2,7% | +0,3% |
Monatszahlen vergleichen zwei Schlusskurse und verbergen, was dazwischen passiert. Die norwegische Krone lag zum Beispiel am 9. September noch 1,2% im Plus und schloss den Monat trotzdem im Minus. Den täglichen Verlauf für jeden Zeitraum zeigt das Dashboard.
Der Yen mit seinem besten Monat seit 2024
Der Großteil des Yen-Gewinns kam früh. Am 8. September kostete ein Dollar weniger als 154 Yen, so stark war der Yen seit Ende Februar nicht gewesen. Händler setzten darauf, dass die Bank of Japan auf ihrer Sitzung am 18. September die Zinsen erhöhen würde. Vorausgegangen war ein Sommer, in dem Japan und die USA gemeinsam am Devisenmarkt eingriffen, um den Verfall des Yen zu stoppen.
Die Bank of Japan erhöhte tatsächlich, auf 1,25%, mit 7 zu 2 Stimmen. Trotzdem verlor der Yen an diesem Tag 1,1% gegenüber dem Korb, sein größter Tagesverlust im Monat. Die Erhöhung war weithin erwartet worden, und Gouverneur Kazuo Ueda sendete gemischte Signale zum nächsten Schritt. Der Rücksetzer hielt nicht lange. In den letzten zwei Wochen erholte sich der Yen, während japanische Regierungsvertreter die schwache Währung als Problem bezeichneten, und er schloss den Monat auf seinem Höchststand.
Ein starker Monat macht das Jahr allerdings nicht wett. Über 12 Monate liegt der Yen weiter 4,0% im Minus, Platz 15 von 16. Japans Zinsen gehören immer noch zu den niedrigsten im Korb, deshalb dient der Yen oft zur Finanzierung von Carry Trades.
Die Zinserhöhung der Fed, die gewirkt hat
Am 16. September hob die US-Notenbank Federal Reserve ihr Zielband um einen Viertelpunkt auf 3,75% bis 4,00% an. Es war die erste Erhöhung der Fed seit 2023, die Entscheidung fiel mit 12 zu 0 Stimmen, und in der Erklärung hieß es, die Inflation bleibe erhöht. Der US-Dollar stieg im September um 2,3% gegenüber dem Korb, sein bester Monat seit Juni. Fast der ganze Zuwachs kam in der zweiten Monatshälfte: Am 11. September lag der Dollar für den Monat noch leicht im Minus, am 30. schloss er auf seinem Höchststand. Der Euro verlor gegenüber dem Dollar rund 2,1%.
Der Dollar erklärt auch zwei Namen weit oben in der Tabelle. Die ukrainische Hrywnja und der russische Rubel verloren im September jeweils nur rund 0,3% gegenüber dem Dollar. Als der Dollar gegenüber allen anderen zulegte, stiegen sie mit. Ihre Gewinne von 1,9% und 2,0% sagen deshalb mehr über den Dollar aus als über die Ukraine oder Russland. Das ist eine typische Falle bei einem Korbindex: Eine Währung kann im Ranking steigen, nur weil sie nah an der Währung bleibt, die sich gerade bewegt.
Zinserhöhungen ohne Wirkung: Neuseeland, Australien, Norwegen
Die Reserve Bank of New Zealand erhöhte ihren Leitzins am 2. September auf 2,75%, die zweite Anhebung in Folge. Gleichzeitig betonte sie, die geldpolitische Unterstützung nur schrittweise zurückzunehmen, und der Markt las daraus einen langsameren Pfad weiterer Erhöhungen als erwartet. Der Neuseeland-Dollar fiel an diesem Tag um 0,9% gegenüber dem Korb und rutschte weiter ab: Jede Woche des Monats schloss er tiefer als die Woche davor. Gegenüber dem US-Dollar verlor er rund 4,6%.
Die Reserve Bank of Australia hob ihren Leitzins am 30. September auf 4,60% an, die vierte Erhöhung 2026. Der australische Dollar gab in den letzten Tagen des Monats trotzdem nach und beendete den September 0,7% im Minus. Über 12 Monate ist er weiter die stärkste der 16 Währungen, mit plus 8,2%, wie unser Ranking 2026 zeigt.
Die Norges Bank erhöhte ihren Leitzins am 23. September auf 4,50% und erklärte, sie sei bereit, bei Bedarf nachzulegen. Die norwegische Krone verlor in der Woche danach an Boden und schloss den Monat 0,7% im Minus. Für 2026 insgesamt liegt sie weiter auf Platz eins, mit plus 8,1%.
Schweden, Tschechien und die Schweiz
Die schwedische Krone fiel um 2,1%, ihr schwächster Monat seit Juni. Der Großteil des Rückgangs kam in der zweiten Septemberwoche, lange bevor die Riksbank ihren Leitzins später im Monat bei 1,75% beließ. Im Jahr 2026 ist die schwedische Krone damit die schwächste der 16 Währungen, mit minus 5,8%.
Die tschechische Krone verlor 1,4%, ihr schlechtester Monat seit Juni 2024. Die Tschechische Nationalbank ließ ihren Leitzins Mitte September bei 3,75% und klang weniger restriktiv, als der Markt erwartet hatte.
Der Schweizer Franken gab um 1,1% nach und hat seit Februar in keinem Monat mehr zugelegt. Die Schweizerische Nationalbank beließ ihren Leitzins am 24. September bei 0% und verwies darauf, dass sich der Franken abgeschwächt hat. Auch der polnische Złoty (−1,0%) und der ungarische Forint (−0,5%) beendeten den Monat im Minus.
Ein Euro ohne Veränderung
Die Europäische Zentralbank erhöhte am 10. September zum zweiten Mal in diesem Jahr die Zinsen, der Einlagensatz liegt nun bei 2,50%. Der Euro beendete den September gegenüber dem Korb genau dort, wo er begonnen hatte. Die an den Euro gebundene dänische Krone ebenso, denn Danmarks Nationalbank erhöhte am selben Tag, um Schritt zu halten. Das britische Pfund gewann 0,2%, nachdem die Bank of England ihren Leitzins am 17. September bei 3,75% beließ, und der kanadische Dollar schloss unverändert.
Das Jahr bisher
An der Spitze hat sich wenig geändert. Für 2026 führen weiterhin die norwegische Krone (+8,1%), der australische Dollar (+7,3%) und der ungarische Forint (+4,4%), am Ende stehen weiter die schwedische Krone (−5,8%) und der polnische Złoty (−4,6%). Die größte Verschiebung betraf den Yen: Ende August lag er für das Jahr 1,7% im Minus, einen Monat später 2,4% im Plus.
So entstehen die Zahlen: Die Wechselkurse stammen aus den täglichen Euro-Referenzkursen der EZB, die Hrywnja aus den Tabellen der Polnischen Nationalbank und der Rubel von der Bank von Russland. Jeden Tag wird die Bewegung einer Währung mit jeder der 15 anderen verglichen und gemittelt. So zeigt das Ergebnis, wie sie sich gegenüber der ganzen Gruppe entwickelt hat, nicht nur gegenüber einem einzelnen Partner. Die Werte sind nominal, also nicht inflationsbereinigt. Mehr dazu unter Was ist ein Währungsstärke-Index?